Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. (Mk 10,9)

07 Woche im Jahreskreis Freitag

EVANGELIUM
Mk 10, 1-12

In jener Zeit
1kam Jesus nach Judäa und in das Gebiet jenseits des Jordan. Wieder versammelten sich viele Leute bei ihm, und er lehrte sie, wie er es gewohnt war.
2Da kamen Pharisäer zu ihm und fragten: Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen? Damit wollten sie ihm eine Falle stellen.
3Er antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben?
4Sie sagten: Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau aus der Ehe zu entlassen.
5Jesus entgegnete ihnen: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben.
6Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen.
7Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen,
8und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins.
9Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.
10Zu Hause befragten ihn die Jünger noch einmal darüber.
11Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch.
12Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet.

Tagesimpuls:

Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. (Mk 10,9)

Immer wieder höre ich von Menschen, dass sie sehr enttäuscht sind, weil ihnen ein katholischer Priester gesagt hat, dass sie nicht in einer ungültigen Beziehung leben dürfen. Meistens wird dann sehr über diesen Priester geschimpft: „Wie kann man denn so altmodisch sein? Das ist ja noch wie im Mittelalter!“ Wer heute an der Unauflöslichkeit der Ehe festhält und sich dabei auf Jesus beruft, wird als für die heutige Gesellschaft nicht mehr zumutbar empfunden.

Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.

Aber wie wenige Menschen denken bei der Partnerwahl überhaupt an Jesus? Wie wenige Menschen beten für den Partner, den Jesus ihnen schickt? Wie wenige suchen bewusst einen christlichen Partner? Wie wenige Paare leben mit Jesus, beten regelmäßig und leben aus den Sakramenten? Und was bedeutet für die Menschen die kirchliche Hochzeit, das Sakrament der Ehe? Wie oft höre ich von Paaren, die nicht kirchlich verheiratet sind, dass sie deswegen jetzt noch nicht kirchlich heiraten, weil ihnen im Moment gerade das Geld für eine rauschende Party fehlt. All das hat mit Jesus gar nichts zu tun. Wir leben längst nicht mehr in einer christlichen Gesellschaft.

Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.

Da ist es kein Wunder, dass sich die moralischen Vorstellungen Jesu mit den Erfahrungen in unserer Gesellschaft beißen. Wenn man sich im Bereich der Moral in keiner Weise an Jesus orientiert, dann muss man damit rechnen, dass Ehen nicht halten und Familien zerbrechen. Denn die Moral, die Jesus verkündet, soll ja dem Erhalt der Familien dienen. Die Moral Jesu ist ja kein Selbstzweck, sondern sie soll die Menschen glücklich machen und den Kindern helfen, in gesunden Familien aufzuwachsen. Wenn man diese Moral ablehnt, dann geht das alles in unserer Gesellschaft verloren.

Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.

Nur da, wo die Menschen sich grundsätzlich an der Moral Jesu beginnen zu orientieren, macht es Sinn, von der Unauflöslichkeit der Ehe zu sprechen. Wer sich nicht an Jesus orientiert, für den ist das wirklich schwer nachzuvollziehen. Aber wer die Gnade kennengelernt hat, wer wirklich mit Jesus lebt, für den passt das auch. Klar, auch für die Menschen, die intensiv mit Jesus leben, die sich an seinen Geboten orientieren und ihm mit ganzem Herzen nachfolgen wollen, auch für diese Christen gibt es immer noch Versuchungen. Auch wir Christen brauchen noch viel innere Heilung, damit unsere Beziehungen gelingen können. Aber wenn wir Jesus in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen, dann sind wir schon mal auf dem richtigen Weg. Und wenn uns dann Versuchungen überfallen, dann kann uns das helfen, Heilung und Befreiung zu suchen. Dann ist die Versuchung nicht der Anfang vom Ende einer Ehe, sondern eine Chance, zu größerer Liebe und Heilung durchzubrechen.

Gebet:
Jesus, du siehst die Menschen in unserer Gesellschaft, wie sie sich immer weniger an dir orientieren, und wie ihr Leben immer weniger gelingt. Am meisten leiden die Kinder, die dann ihrerseits wieder in Beziehungen flüchten, die nicht halten können. Jesus, du allein weißt, wie wir zur Umkehr finden können. Hilf uns, dass wir mit gutem Beispiel vorangehen. Dass wir die Menschen nicht mit unserer Moral „erschlagen“, sondern wirklich helfen können, gute Orientierung geben können, so dass sich wieder mehr Menschen an deinen Leitlinien orientieren und zu einem glücklichen Leben als christliche Familien finden.

Pastor Roland Bohnen
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Roland Bohnen Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastorbohnen@me.com www.kirche-selfkant.de <www.kirche-selfkant.de/>