Rückblick Vaterherz Seminar, St. Hubertus in Süsterseel, 15. und 16. März 2019

Ein Bericht von Irene Wolff

An diesem Wochenende im März fand in der Gemeinde St. Hubertus in Selfkant-Süsterseel ein Vaterherz Seminar statt.

Es wurde geleitet von Dave und seiner Frau Yvonne Carroll, die vor einigen Monaten vom Norden der Niederlande in die Nähe von Roermond (NL) umgezogen sind. Sie sind schon seit vielen Jahren mit der Charismatischen Erneuerung in den Niederlanden verbunden. Darüber hinaus haben sie gute Beziehungen zu pfingstlichen Freikirchen in den Niederlanden.

Dave kommt ursprünglich aus England, Yvonne ist aus den Niederlanden. Im idyllischen Dörflein Neeritter an der Maas bei Roermond haben sie ein altes Haus gekauft, was sie nun umbauen, sodass im Dachboden ein Gebetsraum entsteht, der dann auch zum Durchführen von  Seminaren dienen soll. Auch Schlafzimmer für Gäste sollen errichtet werden. Der Herzenswunsch von den beiden ist, dass durch Gebetstreffen und Vorträge Menschen Heilung und Befreiung durch Jesus Christus erfahren.

Seit 2004 sind die beiden Teil einer größeren Vaterherzbewegung, in der sie viele Schulungen empfangen und gegeben haben. Das ursprüngliche Vaterherz Seminar geht über fünf Tage. Aber hier in Süsterseel wollten die beiden an diesem Wochenende eine kleine „Kostprobe“ davon geben.

Zu Beginn des Freitagabends führte uns Yvonne in das Thema der Genesis ein: Gott schuf den Menschen so, dass er vor dem Angesicht des Vaters erfüllt leben konnte. Er war mit dem Geist Gottes beatmet. Man kann sagen, Gott kam dem Menschen durch seinen Lebensatem, den er ihm einhauchte, so nahe, dass es wie die Berührung durch einen Kuss geschah. Ein sehr liebevoller Gedanke, der mich angerührt hat und noch weiter beschäftigt.  Das Herz des Vaters wurde uns auch deutlich anhand der Textstelle in 2 Kor. 6,18: „Ich will euch Vater sein und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein.“ Durch den Sündenfall kam es zur Trennung vom Vater und auch der menschlichen Gemeinschaft im Garten Eden, in dem sie die vorgesehene Einheit in Liebe leben konnten. Das von Dave selbst gemalte große Bild, zeigte uns den Vater, der nach seinen geliebten Kindern Ausschau hält. Das Bild stand dann vor dem Ambo und erinnerte uns immer an die Liebe des Vaters im Himmel, der Sehnsucht nach der Rückkehr von uns, seinen Kindern, hat.

Das Thema Vergebung war auch ein wichtiger Teil des Seminars. Denn wenn Unversöhnlichkeit in unsern Herzen Wurzel fasst, dann ist es schwer für uns, in das Herz Jesu zu kommen. In einer Gebetszeit für uns prüften wir unser Verhältnis zu den Mitmenschen. Unsere Verletzungen durch andere Menschen, teils vom eigenen Vater oder anderen Personen, konnten wir auf rote Pappherzen schreiben. Es gab dann das Angebot, die Namen derer, denen wir vergeben konnten, in einen Korb zu legen und in der Hl. Messe mit in die Wandlung zu nehmen.

Ein weiterer Schritt war, dem Herrn unsere versteckte Scham zu bringen. Yvonne erzählte von der Scham ihres eigenen Lebens, dass durch ihren Großvater in das Leben ihrer Familie kam. Er hatte als Niederländer, auf Druck der Deutschen, mit den Nazis zusammengearbeitet. Diese Belastung hat der Herr von ihrem Herzen genommen. Wir Menschen verstecken uns auch oft hinter Dingen, um unser wahres Gesicht nicht zu zeigen, aus Angst vor Schwäche und Versagen. Diese Belastungen, dieses Versteckspiel, durften wir benennen und auf ein grünes Feigenblatt auf Papier notieren. Diese Zeit der Besinnung half uns, wieder neu auf unsere Beziehung zum Vater zu schauen. Wir sind nicht mehr wie im Garten Eden, wo wir aus Scham uns mit Feigenblättern schützen müssen vor dem Angesicht Gottes.  Das Ehepaar Caroll und Pastor Bohnen beteten für jeden einzelnen, der sich in diesem Anliegen im Gebet an sie wenden wollte. Die Band, die uns den Tag über mit Lobpreismusik oder instrumental begleitete, gab einen wundervollen Rahmen dazu.

Diese Momente des persönlichen Innehaltens waren ein wichtiger Schritt, um sich neu als Kinder des Vaters erfahren und lieben lassen zu können. Unsere Identität ist, dass wir geliebte Kinder des himmlischen Vaters sind. Die Beziehung muss beidseitig sein. Unsere Hilfe bei der Begegnung mit dem Vater ist der Hl. Geist. Dave zitierte Römer 5,5: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Hl. Geist.“  Er ergänzte dazu: „Wenn etwas eingegossen wird, dann ist das kein theoretisches Konzept, sondern eine echte lebendige Substanz.“ Die Liebe Gottes wird spürbar ausgegossen. Das konnten wir in dem Seminar deutlich erfahren. Ich danke für diese gesegnete Zeit mit dem Ehepaar und Pfarrer Roland Bohnen und hoffe, dass diese Seminare weiter wachsen und Früchte tragen. Die Carrolls bieten an, auch in unsere Gemeinden zu kommen und über das große Herz des Vaters zu sprechen.  Das ist eine große Freude und Bereicherung für unsere Kirchen.