Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! (Mk 2,5)

01 Woche im Jahreskreis Freitag
Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 2,1-12
Als Jesus einige Tage später nach Kafarnaum zurückkam, wurde bekannt, dass er wieder zu Hause war.
Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort.
Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen.
Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab.
Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen:
Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?
Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr im Herzen?
Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher?
Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten:
Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!
Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.

Tagesimpuls:

Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! (Mk 2,5)

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Vergebung und Heilung. Das heißt nicht, dass wir vorschnell Erklärungen suchen sollen. Wir sollen nicht einem Menschen, der krank ist, unterstellen, dass es an einer Sünde liegt, die er oder seine Eltern begangen hätte. Ihn Johannes 9 bei der Heilung des Blindgeborenen weist Jesus sehr klar darauf hin. Aber andererseits zeigt uns das heutige Evangelium, dass man auch nicht behaupten darf, es gäbe gar keinen Zusammenhang. Wir müssen demütig anerkennen, dass wir es im Einzelfall nicht wissen, dass es aber einen Zusammenhang geben könnte.

Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!

Was aber auf jeden Fall immer richtig ist, das ist, Vergebung zu empfangen. Und auf jeden Fall führt Vergebung auch zu mehr Heilung, weil die Sünde wirklich krank macht. Es ist in jedem Fall auch richtig, nach der verborgenen Schuld zu suchen, die wir verdrängt haben, die uns nicht bewusst ist. In diesem Zusammenhang muss man besonders auf Situationen achten, wo wir verletzt wurden von anderen Menschen. Häufig kommt es vor, dass wir einen Groll gegen andere haben, den wir uns aber nicht eingestehen, und den wir gar nicht als Sünde erkennen, weil wir uns als Opfer fühlen und glauben, im Recht zu sein. Es mag ja stimmen, dass wir im Recht sind, aber wenn wir einen Hass oder Groll auf andere haben, dann ist das eine Sünde, und diese Sünde kann, solange sie nicht vergeben ist und solange wir nicht vergeben haben, krank machen.

Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!

Es ist also gut, immer wieder zur Beichte zu gehen und immer wieder die Vergebung Gottes zu suchen. Es ist gut, immer wieder sein kostbares Blut zu erbitten zur Vergebung unserer Sünden. Und das wird sich sicher heilsam auswirken auf unsere Seele und auf unseren Leib.

Gebet:
Jesus, ich danke dir für dein kostbares Blut! Ich danke dir, dass du uns Vergebung der Sünden anbietest. Ich will immer wieder meine Sünden bekennen. Ich danke dir für die Beichte, die du uns schenkst. Und ich will Vergebung und Heilung von dir empfangen.

Pastor Roland Bohnen
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Roland Bohnen Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastorbohnen@me.com www.kirche-selfkant.de <www.kirche-selfkant.de/>