In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. (Mk 1,23)

01 Woche im Jahreskreis Dienstag
Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 1,21-28
In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte.
Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.
In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien:
Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.
Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn!
Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.
Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.
Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.

Tagesimpuls:

In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. (Mk 1,23)

Wenn man sich heute dazu bekennt, dass man an die Existenz von Dämonen glaubt, läuft man Gefahr, sich lächerlich zu machen. Aber dieselben Leute, die da lachen, gehen z.B. ohne Bedenken zu Wahrsagern, glauben an Energien, praktizieren Yoga oder Reiki, um ein Gleichgewicht von Körper und Seele zu erzielen. Sehr viele glauben auch an Engel und meinen, die Engel, mit denen sie in Verbindung stehen, seien von der guten Seite. Aber Jesus hat gesagt, dass er der einzige Weg zum Heil ist. Alles, was den Anspruch erhebt, unserer Seele Heil (oder Harmonie) zu verschaffen, ist ein Verstoß gegen das erste Gebot, wenn es nichts mit Jesus zu tun hat. „Du sollst keine fremden Götter neben mir haben“, sagt Gott, und Jesus sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6).

In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war.

In der heutigen Zeit wird viel Aberglauben praktiziert, teils unter dem Deckmantel von Heilung und Wellness. Und nach der Aussage der Bibel – wie wir heute sehen – gibt es wirklich diese „Energien“, die die Menschen suchen. Aber es sind Engel, die von der Gegenseite sind, also Dämonen. Sie können in dunkler, beängstigender Weise auftreten, aber sie können sich auch als Lichtengel verkleiden und Menschen auf sanfte Art verführen. Es ist wie bei einem Trickbetrüger, der im feinen Anzug mit allergrößter Höflichkeit daherkommt. Er will das Vertrauen seiner Opfer erschleichen. Hauptsache, er verschafft sich am Ende ihr Geld.

In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war.

Im Verlauf des Textes dieses Evangeliums gibt es einen Hinweis, dass es mehrere Dämonen sind, die diesen Menschen belasten. Das entspricht auch der Erfahrung der Kirche. Eine Vielzahl von Dämonen belastet uns Menschen. Das zeigt sich in den normalen Versuchungen, kann aber auch tiefer gehen, dass Dämonen Anrechte auf den Menschen haben und ihn von daher stärker belasten. So wie Jesus es gemacht hat, so hat die Kirche gelernt, um Befreiung von solchen Belastungen zu beten. Immer mehr Priester und auch Laien entdecken diesen Dienst und können Menschen helfen. Häufig wird in kleinen Gruppen mit Priestern und Laien gemeinsam gebetet. Leider gibt es immer noch viele Katholiken und auch Priester, die nicht an die Wirklichkeit der Dämonen glauben. Daher müssen wir – in aller Behutsamkeit – darüber reden, dass es so etwas wirklich gibt. Ich habe die Hoffnung, dass Gott mehr und mehr Priester und Laien berufen wird zu diesem wichtigen Befreiungsdienst, damit den vielen belasteten Menschen besser geholfen werden kann.

Gebet:
Jesus, danke, dass wir im Evangelium so klare Schilderungen haben über diese tragische Wirklichkeit, unter der auch heute so viele Menschen leiden. Danke, dass du uns hilfst, frei zu werden. Ich bitte dich, dass wir Christen uns immer mehr öffnen für das volle Evangelium, dass in der Kirche die Realität dieser Probleme mehr erkannt wird, und dass es mehr Menschen geben wird, die im Befreiungsdienst anderen helfen können, frei zu werden von dämonischen Belastungen. Hilf uns aber selber auch, dass wir Hilfe für uns selber bekommen in den Bereichen, wo wir noch belastet sind.

Pastor Roland Bohnen
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Roland Bohnen Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastorbohnen@me.com www.kirche-selfkant.de <www.kirche-selfkant.de/>