Er erwiderte: Gebt ihr ihnen zu essen! (Mk 6,37)

08 Januar
Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 6,34-44
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.
Gegen Abend kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen, und es ist schon spät.
Schick sie weg, damit sie in die umliegenden Gehöfte und Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können.
Er erwiderte: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Sollen wir weggehen, für zweihundert Denare Brot kaufen und es ihnen geben, damit sie zu essen haben?
Er sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht und seht nach! Sie sahen nach und berichteten: Fünf Brote, und außerdem zwei Fische.
Dann befahl er ihnen, den Leuten zu sagen, sie sollten sich in Gruppen ins grüne Gras setzen.
Und sie setzten sich in Gruppen zu hundert und zu fünfzig.
Darauf nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie sie an die Leute austeilten. Auch die zwei Fische ließ er unter allen verteilen.
Und alle aßen und wurden satt.
Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zwölf Körbe voll.
Es waren fünftausend Männer, die von den Broten gegessen hatten.

Tagesimpuls:

Er erwiderte: Gebt ihr ihnen zu essen! (Mk 6,37)

Jesus will, dass wir den Menschen zu essen geben. Und das Interessante ist, dass nichts da ist. Wir sollen nicht von unseren Vorräten geben. Wir sollen etwas geben, was er uns in dem Moment in die Hand legt, wo wir es den Menschen schenken. Wir sollen aus seinen übernatürlichen Vorräten nehmen und den Leuten davon geben. Das ist spannend, denn man sieht nie vorher, dass es da ist. Es scheint immer so, dass nichts da ist. Wir stehen immer mit leeren Händen da. Jedes Mal stehen wir vor dieser Leere, aber dann ist Er da, und er füllt unsere Hände, und wir schenken einfach weiter, und die Menschen empfangen.

Er erwiderte: Gebt ihr ihnen zu essen!

Wer kennt diese Erfahrung schon? Verwalter der übernatürlichen Gaben Gottes sein zu dürfen? Wenn ich mich ängstlich an meine natürlichen Ressourcen klammere, werde ich diese Erfahrung nicht machen. Immer wieder muss ich mich selber und alles Menschliche loslassen. Ich muss mich einfach in der jeweiligen Situation ganz Jesus überlassen und dann alles geben. Das erfahre ich z.B. in Gesprächen. Erst denke ich: „Hoffentlich kommt jetzt ein gutes Gespräch zustande. Hoffentlich lassen die Leute sich darauf ein.“ Ich bete zum Heiligen Geist. Und dann, auf einmal ist es da. Oder besser, ist Er da. Und es fließt. Ich schöpfe aus seinem Reichtum, die Ohren und die Herzen sind offen, und die Menschen empfangen von Jesus. Oder ein anderes Beispiel, wo es schon schwieriger ist: Ich stehe mal wieder vor einem unlösbaren Problem. Ich kann eigentlich nicht helfen. Ich kann bestenfalls zuhören. Ich halte alles Jesus hin. Und Er beginnt zu wirken. Vielleicht kann ich noch nicht in Worte fassen, was er wirkt, wie er wirkt, aber ich glaube, dass er sich um das Problem kümmert. Klar, dass ich manchmal auch etwas schenken muss, z.B. von meiner Zeit. Aber ich spüre genau, dass die eigentliche Lösung von ihm und nicht von mir kommt.

Er erwiderte: Gebt ihr ihnen zu essen!

Können wir vertrauen, dass Er wirkt, wenn wir uns ihm überlassen? Können wir unsere menschlichen Planungen und Vorstellungen loslassen? Können wir so leben, dass wir immer die himmlischen Ressourcen einplanen statt nur die unseren? Wenn wir nur unsere Ressourcen nutzen, dann geben wir den Menschen wenig, zu wenig. Sie brauchen das himmlische Brot, die himmlische Kraft, den himmlischen Beistand. Und den können wir vermitteln, den können wir schenken, weil Jesus ihn in unsere Hände legt.

Gebet:
Jesus, ich danke dir von ganzem Herzen, weil ich so oft erlebe, dass du meine leeren Hände füllst. Hilf mir, dass ich mich dir noch immer mehr überlassen kann! Ich will das Menschliche loslassen und mich für deine Führung öffnen. Danke, Heiliger Geist, dass du mich oft so reich beschenkst, dass ich aus deiner Fülle weiterschenken darf.

Pastor Roland Bohnen
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Roland Bohnen Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastorbohnen@me.com www.kirche-selfkant.de <www.kirche-selfkant.de/>