Zeugnis von Elisabeth Klinker vom XLT am 02.03.2018

Der Himmel erfüllt mein Herz!

Wenn ich hier oder anderswo ein Zeugnis gehört habe, fing dies oft damit an, dass die Person eine schwere Krankheit, ein Familienmitglied verloren, einen schweren Unfall oder sonst ein schweres Schicksal erlitten hatte.

Bei mir ist da wohl einiges ganz anders verlaufen; bei mir hat Jesus wohl schon mit seiner „Fernbedienung“ an mir etwas ausprobiert, ehe ich ihn überhaupt bemerkt, gespürt oder gar gefragt habe. Bei mir ist Jesus, nachdem ich ihn kennenlernen durfte, auch schon in die Bresche gesprungen, wenn ich die Gefahr oder das Problem noch gar nicht erkannt hatte. Bei mir hört das irdische Leben zwar mit einer schweren Krankheit im Leib auf aber es beginnt dann das wahre Leben mit dem Himmel im Herzen!

Eine ganz liebe Freundin hat mir recht lange Zeit und permanent gut zugeredet, doch mal nach Süsterseel zu kommen. Am Sonntag, dem 29. Januar 2012 bin ich, ziemlich abgehetzt und fast zu spät, damals mit meiner Schwester und meinem Neffen hier angekommen und wir kannten keinen – nur Marianne und Heinz! Wir haben uns draußen angesehen und uns gefragt: „Was machen wir hier eigentlich?“ Wir hätten bei uns zuhause nur die Straße runtergehen brauchen und wären da auch zur hl. Messe gelangt!

Wir haben dann aber doch die Kirchentür aufgemacht. Das Kreuz mit dem auferstandenen Christus über dem Altar fiel mir direkt ins Auge. Ein paar Leute standen zusammen an den Kirchenbänken und unterhielten sich lachend aber ruhig miteinander,  und ein Priester ging durch die Reihen und begrüßte persönlich die, die hier ankamen – uns inklusive! Einfach nur strange! Dann spielte die Band laut und live „Friede wie ein Strom“. Die meisten sangen mit erhobenen Händen mit.

Diese Heilige Messe war – wenn ich ehrlich bin – die erste Heilige Messe, die ich ganz bewusst erlebt habe! Ich hab‘ beim Evangelium zugehört und hatte bei der Predigt das Gefühl, sie war ganz persönlich für mich bestimmt!  Dann die Wandlung, der Höhepunkt der Hl. Messe, wo Jesus sich durch den Hl. Geist selbst in Leib UND Brot verwandelt! Bei der Kommunion wurde Brot und Wein gereicht und gleichzeitig wurde dies von den Musikern mit himmlischer Musik untermalt. Diese Art der Kommunion war mir nur bei besonderen Anlässen bekannt z.B. bei einer Hochzeit. Dann allerdings wurde sie auch nur dem Brautpaar selbst dargereicht!

Das alles war für mir zwar total fremd, aber auch eben irgendwie einzigartig,   ganz persönlich, ganz besonders… So besonders, dass ich sogar die Kommunion in beiderlei Form nehmen durfte!

Eigentlich war das schon das erste Mal – Der Himmel erfüllt mein Herz!

Auf dem Rückweg im Auto erschien dann zwischen den zwei Vordersitzen das Gesichtchen meines 9-jährigen Neffen, der dann meinte: „ Habt ihr zwei Streit oder warum redet ihr nicht?“ Und wie aus einem Mund kam unsere Antwort: „Wir kommen wohl nächste Woche noch mal nach hier!“

So bin ich nach Süsterseel gekommen!  Und weil ich  auch damals schon so berührt worden war bin ich dann jede Woche hier zur Sonntagsmesse gekommen, und jede Woche war die Heilige Messe so besonders für mich. Ich hab‘ mich die ganze Woche darauf gefreut wieder etwas neues zu erfahren. Nach vielleicht zwei, drei Wochen reichte mir das schon nicht mehr und ich hab´ Pastor Bohnen eine Mail geschrieben, in der ich ihm meine Eindrücke mitteilte. Daraufhin sind wir dann im Jugendheim ins Gespräch gekommen. Dann durfte die CE näher kennenlernen und bei den Exerzitien mit teilnehmen. Ich hab‘ viele Leute hier kennengelernt, mit denen ich richtig gute Gespräche führen konnte. Hierdurch lernte ich wieder mehr von Jesus und Gott Vater. Ich bin in der Zeit immer wieder und oft auch heftig von Jesus – der mir damals von den „Dreien ;-)“ am nächsten stand – berührt worden. Manchmal so sehr, dass ich bei den Vorträgen einfach rausgehen musste.

Der Himmel erfüllt mein Herz!

Ich muss mich jetzt möglichst kurzhalten und leider viele wunderbare Dinge und Zeiten mit Jesus auslassen, weil ich hier sonst die Zeitgrenze sprengen würde!

Im Sommer 2012 sind Sie, Pastor Bohnen, nach Medjugorje gefahren und ich hab‘ Sie gebeten, ganz besonders für Dieter bei der Mutter Gottes vorzusprechen. Gerade zu dieser Zeit ging es Dieter körperlich und seelisch nicht gut und er hat erst recht stark am Glauben  gezweifelt. Durch Jesu Wirken bin ich dann im gleichen Jahr noch selbst nach Medjugorje geflogen. Ich habe dort auf dem Kreuzberg gesessen und aus Ästen und Gräsern ein Kreuz gebunden. Ich  hab‘ die Gospa aus ganzem Herzen gebeten mit Dieter hier diese Wallfahrt wiederholen und hier auf diesem Kreuzberg sitzen und beten zu dürfen! Ich habe in Medjugorie eine so gnadenreiche, erfüllte Woche erlebt. Ich habe dort die Liebe zum Gebet kennenlernen dürfen. Der Himmel berührt in Medjugorje nicht nur die Erde, sondern… Der Himmel erfüllte in Medjugorje mein Herz!

Dieter ist von da ab immer sonntags mit mir zur Messe gefahren, dafür bin ich ihm sehr dankbar! Im November oder Dezember 2012 kam Dieter von einem Gespräch mit Pastor Bohnen zurück nach Hause und erwähnte etwas beiläufig, dass wir drei im Januar 2013 eine Woche lang Exerzitien bei Pater Anton in Illerberg machen würden!

Für mich war diese eiskalte Januarwoche wieder sehr gnadenreich und  habe sehr viel neues über meinen Jesus erfahren. Habe meine verstorbenen  Kinder der Mutter Gottes geweiht und mich selbst der Mutter übergeben, die mich noch näher zu Jesus hingeführt hat. Das Wichstigste: ich hab mich dort entschlossen, so manches in und an mir zu ändern, weil es einiges gab, was ich mit meinem „Neuen Leben mit Jesus“ nicht mehr vereinbaren konnte!

Aber……Der Himmel und Jesus erfüllten mein Herz!

Ihr erinnert euch, ich war Anfang Oktober 2012 in Medjugorje und hatte die Mutter um etwas gebeten! Ein Jahr, eine Woche und ein Tag später saß ich mit Dieter auf der gleichen Stelle auf dem Kreuzberg und wir haben zusammen gebetet! Dieter selbst hatte uns für diese Wallfahrt eingetragen!

Und … Der Himmel erfüllt mein Herz!

Im Oktober 2014 hat sich sehr plötzlich und ohne ersichtlichen Grund für mich ganz unerwartet vieles verändert. Ich hab‘ bis heute noch Schwierigkeiten diese schlimme Zeit zu beschreiben. Zuerst ist mir das Beten schwergefallen, dann fehlte mir gänzlich die Gegenwart Jesu. Selbst hier bei der Anbetung hab‘ ich in der Bank gesessen und gewartet, aber es ist nichts passiert. Irgendwann konnte ich überhaupt nicht mehr frei beten, weil mir einfach die Worte fehlten und ich mich innerlich total kalt fühlte. Gebete aus Heftchen oder Büchern zu lesen war gefühlsmäßig nicht anders als irgendeine Betriebsanleitung zu lesen. Ich hatte zwar immer mehr den Wunsch Jesus wieder nahe zu sein, aber das Gefühl, er würde mich geradezu mit Absicht umgehen.

Im März 2015 sind wir mit einer tollen Gruppe aus 15 Personen nach Israel geflogen. Wegen dieser Reise war ich sehr hin- und hergerissen. Einerseits freute ich mich auf diese Gruppe und auf das, was wir erleben würden an den Orten, wo Jesus gelebt und seine Füße gesetzt hatte. Andererseits hatte ich sogar irgendwie Angst dahin zu fliegen, weil ich das Gefühl hatte, dort nicht hinzugehören.

Trotz der wundervollen Gruppe und obwohl ich in Israel vieles aufgesogen habe wie ein Ertrinkender, hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, alles von Außerhalb zu betrachten und eigentlich nicht richtig dazuzugehören! Ich hab‘ mich sogar gefragt, ob man sich glaubensmäßig vielleicht sogar genau gegensätzlich entwickeln kann und irgendwann an einem Punkt Null ankommen würde.

Erst nach mehreren Monaten hab‘ ich mich getraut Pastor Bohnen anzusprechen, um mit ihm ein Gespräch zu führen. Ich hab‘ mich einfach nur schlecht gefühlt in der Zeit. Ich hab‘ Jesus gesucht wie ein Süchtiger, der Nachschub braucht. Ohne jetzt näher auf diese Gespräche einzugehen: Pastor Bohnen hat mir u. a. den Schlüssel von der Kirche gegeben. Damit bin ich dann nachts nach Süsterseel gekommen, hab mich in der Kirche eingeschlossen und mir ein Teelicht angemacht, um eine Bank zu finden, von der aus ich Tabernakel und das Kreuz im Blick hatte. Da hab‘ ich dann, ich weiß nicht wie oft, gewartet bis ER endlich nach Hause kommen würde. Leider ist das nie passiert!

Im Juni 2015 hatte ich dann das Glück, wieder im Pfarrhaus arbeiten zu können. Nur im Pfarrhaus, in der Kirche und im Jugendheim hab‘ ich mich einigermaßen sicher gefühlt. Alles, was außerhalb lag, war wie eine ungeschützte Zone.   Unsere gemeinsamen Stundengebete, Rosenkränze und Gespräche waren in der Zeit immer nur zu kurz  für eine „Ertrinkende“, die jedes Mal nur etwas  Luft schnappen konnte, dann aber wieder unterging. Da war weder Himmel noch fühlte ich mein Herz!

Anfang Oktober 2015 wollte ich Dieter, der in Holland im Ferienhaus geblieben war, mit dem frisch polierten, aus der Werkstatt gekommenen Auto abholen. Das sind, wenn man gemütlich fährt, 3 Stunden Autofahrt. Sobald ich in Echt auf die Autobahn gefahren war, konnte ich beten! Ich weiß bis heute nicht wieso oder wieso gerade da. Ich habe die meiste Zeit weinend vor Freude gebetet. Jesus war da, im Auto, in mir, überall! Ich habe freie Gebete gesungen, von denen es keine Musik dazu gab. Ich habe den Rosenkranz gebetet, ich hab mich absolut sicher gefühlt. Ich war froh und glücklich und habe vor lauter Beten in Alkmaar die Abfahrt verpasst. Beim Abfahren, beziehungsweise wieder neu auf die Autobahn Auffahren, bin ich mit der kompletten rechten neuen Seite mit einem niederländischen PKW kollidiert. Ich bin ausgestiegen und hab‘ dem wütenden Autofahrer und seiner Beifahrerin gesagt, sie sollten die Polizei rufen. Ich hab‘ mich ans Auto gelehnt, kurz gebetet, Handy rausgeholt und Pastor Bohnen eine SMS geschrieben: Hab‘ Auto an der gleichen Stelle wieder kaputtgefahren, mir ist nichts passiert, aber ich hab die ganze Zeit wieder beten können. Antwort von Pastor Bohnen: Halleluja!

Der Himmel erfüllt mein Herz!

Am Sonntag, dem 16. Oktober 2015 -wieder zurück in Süsterseel – hab‘ ich hier in der Kirche vor dem Allerheiligsten ganz bewusst und feierlich im Beisein von Janine, Stephan, den Kindern, Dieter und Pastor Bohnen noch mal eine Lebensübergabe gemacht! Ich habe  euch meinen Heiland in die Hände gegeben und auch mein ungeborenes Enkelkind, welches genau zu dieser Zeit entstanden sein muss und am 5. Juli 2016 im Jahr der Barmherzigkeit geboren wurde. Und Der Himmel erfüllt mein Herz und ist hier auf Erden!

Robin ist das i-Tüpfelchen, welches der Heiland mir lächelnd zum Gebet dazugeschenkt hat – wie ein Täfelchen Schokolade! Das Gebet ist mir von da an immer kostbarer geworden. Mit Jesus zu jeder Zeit reden zu können, egal was man gerade tut oder mit wem man gerade spricht. Das ist ein Schatz, den ich wirklich nur als Gnade bezeichnen kann! Dieser Schatz ist mir geblieben und all das, was in dem Jahr vorher war, war es wohl wert oder musste dem wohl vorausgehen.

Die Muttergottes hat mich zu Jesus gebracht und Jesus hat mich mit dem Gebet zum Vater geführt!

Im November 2017 hatte ich dann noch die wunderbare Gelegenheit am Magdalenagebet teilzuhaben. Ohne auch jetzt auf dieses Ereignis genauer einzugehen, kann ich dies nur JEDEM, der Gott sucht, jedem, der Jesus liebt, jedem, der nicht weiterweiß, jedem, der Antworten sucht und jedem, der sich mitten zu unserer himmlischen Familie setzen möchte, ans Herz legen!

Da erfüllt der Himmel das Herz!

Zum Schluss möchte ich nur noch ein paar Dinge ansprechen!

  • Ich habe drei Wunschkinder verloren, davon Zwillinge im 8. Monat – aber – ich hab diese Kinder in Illerberg der Muttergottes in die Hände gegeben und damit meinen Frieden gefunden!
  • Ich hatte 1996 schon mal die Diagnose Krebs gehabt, – aber dem hab‘ ich ein Schnippchen geschlagen.
  • Ich habe 2000 und 2003 meine Eltern viel zu früh verloren – aber die haben uns Kinder geliebt und wir Vier sind nach deren Tod nur noch näher zusammengeschweißt!
  • Und ich hab‘ am 9. Januar diesen Jahres erfahren, dass ich den agressivsten Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium habe, -aber das Schlimmste, was mir je widerfahren ist, hat ein ganzes Jahr gedauert! Ich hab‘ mich ein ganzes Jahr nach Jesus gesehnt und bin dabei nur ins Leere und ins Dunkle getreten. Ich hab‘ mich total ausgeliefert, verloren und schutzlos gefühlt.

Und nochmal: Aber…

seit der Diagnose ist das Gebet noch anders, noch schöner geworden. Bis dahin war die Kommunion der intimste Moment mit Jesus. Jetzt wird dieser Moment zum Dauerzustand: mit Jesus zusammen atmen, essen, schlafen, arbeiten, beten … und Jesus bringt die Gebete dann zum Vater.  In Einigkeit mit Jesus zu leben und hoffentlich auch in Einigkeit mit Jesus zu sterben!

Dann überflutet der Himmel wieder mein Herz!