Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern. (Mt 9,10)

13 Woche im Jahreskreis Freitag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 9,9-13.
In jener Zeit sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm.
Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.
Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?
Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.

Tagesimpuls:

Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern. (Mt 9,10)

Heute sprechen wir von verschiedenen Milieus in unserer Gesellschaft. Und wir reflektieren darüber, dass die Kirche in manchen gesellschaftlichen Milieus mehr Fuß gefasst hat, und in anderen weniger. Jesus hat die unterschiedlichsten Menschen erreicht. Er war zusammen mit gläubigen Juden, mit Pharisäern, Sadduzäern, Zeloten, Männern, Frauen, Kindern, Alten, Behinderten, Reichen und Armen, auch mit Zöllnern, Sündern und Prostituierten. Und es ist bis heute ein charakteristisches Zeichen einer lebendigen christlichen Gemeinde, dass dort die verschiedensten Milieus zusammenkommen. Wo der christliche Glaube lebt, dort gibt es Kinder, junge Familien, Menschen aus allen sozialen Schichten, die zum Gottesdienst zusammenkommen.

Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.

Aber in der Kirche wird zu Recht gefragt, wie wir das Evangelium zu den Menschen bringen können, die Jesus noch nicht kennen. Papst Franziskus sagt oft, wir müssten zu den Rändern der Gesellschaft gehen. Mit anderen Worten, wir sollen in die sozialen Milieus vordringen, die noch wenig vom Evangelium erreicht worden sind. Aber wie kann das gelingen, wie macht man das?

Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.

Hier im Evangelium sehen wir, dass Jesus einen Zöllner begeistert, und der wiederum bringt viele andere zu Jesus. Das Prinzip, das wir von Jesus lernen, ist: klein anfangen! Mit einer Person anfangen, die wir zu Jesus führen! Und dann geht es nach dem Schneeballprinzip. Wir müssen nicht flächendeckend etwas bewirken. Wir müssen uns nicht mit dem Ziel überfordern, gleich große Mengen von Menschen erreichen zu wollen. Jesus setzt auf die Begegnung mit dem Einzelnen. Ich habe auch von Bewegungen gehört, wo Menschen versuchen, z.B. eine Person pro Jahr zu Jesus zu führen. Wenn das jeder Christ machen würde, würde die Zahl der Christen schon in wenigen Jahren erheblich wachsen. Setzte wir also auf das Eins-zu-Eins-Prinzip! Unterschätzen wir nicht die persönlichen Begegnungen! Vielleicht führen wir eine Person zu Jesus, die dann ein großer „Multiplikator“ für den christlichen Glauben wird.

Gebet:
Jesus, oft fühle ich mich überfordert, weil ich die vielen Menschen sehe, die noch nicht an dich glauben. Aber du sagst mir: Verkünde dort das Evangelium bei den Menschen, denen du begegnest! Jeder einzelne zählt. Jesus, ich will es heute neu versuchen. Ich will dich den Menschen verkünden und damit eine Bewegung auslösen, die du alleine kennst und übersehen kannst. Ich vertraue dir die Ausbreitung des Evangeliums an, aber ich will meinen Beitrag dazu leisten.

Pastor Roland Bohnen
www.tagesimpuls.org