Es wuchs und wurde zu einem Baum. (Lk 13,19)

30 Woche im Jahreskreis Dienstag
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 13,18-21
In jener Zeit sprach Jesus: Wem ist das Reich Gottes ähnlich, womit soll ich es vergleichen?
Es ist wie ein Senfkorn, das ein Mann in seinem Garten in die Erde steckte; es wuchs und wurde zu einem Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.
Außerdem sagte er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen?
Es ist wie der Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war.

Tagesimpuls:

Es wuchs und wurde zu einem Baum. (Lk 13,19)

Mit diesen Worten macht Jesus uns Hoffnung. Das Reich Gottes wächst. Wir sehen, wie das Böse wächst in unserer Gesellschaft. Die Menschen werden immer egoistischer, kehren sich immer mehr von Gott ab, das Klima wird immer kühler. Das erleben Menschen an den Arbeitsplätzen, Lehrer in den Schulen, man erlebt es in allen Lebensbereichen. Aber Jesus macht uns Hoffnung. Mag das Reich Gottes auch noch so klein erscheinen, es wächst.

Es wuchs und wurde zu einem Baum.

Wenn wir auf die Geschichte schauen, dann sehen wir eine große Prägekraft des christlichen Glaubens. Natürlich hat es noch nie das Paradies auf Erden gegeben, natürlich gab es immer auch die Sünde, aber trotzdem kann man geschichtlich feststellen, dass es große Errungenschaften des Christentums gibt. Der christliche Glaube hat die Kraft, nicht nur das Leben von einzelnen Menschen, sondern auch von ganzen Gesellschaften zu prägen. Wenn man nur die großen Gebäude von Kirchen und Klöstern betrachtet, dann erkennt man schon, der Glaube hat viele Menschen geprägt, ihnen Sinn und Orientierung gegeben und in die Gesellschaft hineingewirkt.

Es wuchs und wurde zu einem Baum.

Wenn wir heute auch nicht den Eindruck haben, dass wir Christen die Gesellschaft noch einmal prägen können, wir sollen doch die Hoffnung nicht aufgeben. Wir sollen daran glauben, dass Europa gerettet werden kann. Wir sollen daran glauben, dass das Reich Gottes wächst, auch wenn wir es nicht immer sehen. Dann, wenn der Glaube in mir nicht auf dem absterbenden Ast ist, wenn er in mir wächst, dann wächst er damit auch in der Gesellschaft. Solange in mir Hoffnung ist, solange gibt es diese Hoffnung auch für und alle. Es kommt also darauf an: Wächst das Reich Gottes in mir, oder geht es in mir zurück? Das ist die entscheidende Frage, auch für die Zukunft unserer Gesellschaft.

Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass du uns sehr viel Hoffnung schenkst. Bitte verzeih mir, wenn dein Reich in mir zurückgegangen ist durch meine Sünden. Lass es in mir wachsen. Und schenke uns eine große Hoffnung für unserer Gesellschaft, dass wir die Menschen zum Guten prägen können, dass dein Geist uns als Gesellschaft zu immer mehr Liebe führt, und dass wir Kälte und Egoismus immer mehr überwinden können.

Pastor Roland Bohnen
www.tagesimpuls.org

Roland Bohnen Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastorbohnen@me.com www.kirche-selfkant.de <www.kirche-selfkant.de/>